Bewerbung zur Zertifizierung zum Fairen Jugendhaus

Das Campanushaus hat sich für die Zertifizierung zum Fairen Jugendhaus beworben.

Die Evangelische Jugend im Rheinland macht den Fairen Handel zum Thema.

 Daher hat sich das Netzwerk Faires Jugendhaus zusammengefunden, das Jugendeinrichtungen, die sich hier engagieren möchten, begleitet und unterstützt. Diese Einrichtungen können sich jetzt als Faires Jugendhaus qualifizieren lassen.

 

Das Label Faires Jugendhaus weist Jugendeinrichtungen mit dem Erkennungsmerkmal eines besonderen entwicklungspolitischen Engagements aus.

Um dieses Label zu erhalten, müssen verschiedene Standards erfüllt werden. In einigen Punkten erfüllte das Campanushauses diese schon. Wir entschieden uns aber diesbezüglich noch vermehrt tätig werden zu wollen.

 

Hier eine Übersicht der geforderten Standards und wir das Campanushaus diese umsetzt oder in Zukunft umzusetzen gedenkt:

 

Standard 1 Fair Trade Strategie

Das haben wir uns vorgenommen und umgesetzt:

Schon seit vielen Jahren ist das Thema Nachhaltigkeit und fairer Konsum ein großes Thema in unserer Kirchengemeinde in Wassenberg und somit auch in der Kinder- und Jugendarbeit.

Schon lange beteiligen wir uns am Coca-Cola-Boykott und schenken bei Veranstaltungen Sinalco-Cola aus. Im Alltag bieten wir Apfelsaft von regionalen Streuobstwiesen, sowie fair gehandelten Kaffee und Tee der GEPA und bemühen uns einen Großteil der von uns verwendeten Produkte aus möglichst biologischen, fairen und regionalen Produktionen zu beschaffen. So bekommen wir jeden Donnerstag eine Obst- und Gemüsekiste vom örtlichen Hofladen. Unseren Wurst- und Fleischwarenkonsum haben wir äußerst eingeschränkt und versuchen unseren Besucherinnen und Besuchern der Einrichtungen die Vorzüge einer pflanzlichen Ernährung zu verdeutlichen, indem wir leckere vegetarische oder sogar vegane Gerichte kochen.

Mit der Zertifizierung zum „Fairen Jugendhaus“ möchten wir unsere Konzept weiter denken und verbessern. So haben wir im Mai 2017 ein kleines Arbeitsteam gegründet, um konzeptionelle Schwerpunkte zu erarbeiten und diese nach und nach in unseren Alltag im Kinder- und Jugendzentrum zu integrieren.

 

Zu unserer Strategie gehören folgende Punkte:

  • Eigene Auseinandersetzung mit dem Thema und Sensibilisierung des Teams
  • Der Konsum bzw. die Nutzung von noch mehr ökologisch nachhaltigen, und fairen gehandelten Produkten im     Einrichtungsalltag und bei größeren Veranstaltungen
  • In Auseinandersetzung zu verschiedenen Themen mit Kindern und Jugendlichen und anderen Zielgruppen unserer Arbeit im Rahmen von Aktionen und Projekten
  •  „Aktionen des Alltags“ Meint z.B. bessere Mülltrennung, Müllvermeidung bzw. Upcycling etc.
  •  Größere Aktionen, die ein breiteres Publikum erreichen
  • Ständige Weiterentwicklung des Konzeptes

  Standard 2 Fair Trade Produkte

Folgende Produkte aus dem zertifizierten Fairen Handel sind bei uns im ständigen Angebot:

GEPA Kaffee

GEPA Tee

GEPA Kakao

GEPA Fußbälle

Molton (In Deutschland produzierter) Basketball

Ökofaire Team-Tshirts (werden in naher Zukunft angeschafft)

 

Standard 3 Fair Trade Aktionen

Unsere kreativen Angebote und Veranstaltungen zum Thema fairer Handel sind:

  • Faires Familien-Frühstück (30.09.2017)
  • Faire Kakaobar beim Weihnachtsbasar (16./17.12.2017)
  • Fair(y)-Beauty-Day für Mädchen (Anfang 2018)
  • Fair-Cocktail-Bar bei Jugenddiscoveranstaltungen (Ab 2018)

Bei den oben genannten Veranstaltungen, wird es immer auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Teilnehmern geben, sei es durch kleine Vorträge, Präsentationen und Diskussionen.

Inhaltlich haben wir uns zum Thema Fairer Handel mit folgenden Themen beschäftigt bzw. werden dies bei kommenden Aktionen tun:

  • Kakao
  • Bälle
  • Coca-Cola-Boykott
  • Pflegeprodukte
  • Vegetarische und vegane Ernährung
  • Faire Produktions- und Vertriebsbedingungen

Standard 4 Öffentlichkeitsarbeit

Die Veranstaltungen werden in Zukunft sowohl im Gemeindebrief, in sozialen Medien wie Facebook und Instagram, sowie unserer Homepage publiziert. Bei größeren Aktionen wird auch die örtliche Presse zur Berichterstattung hinzugezogen.

 

Standard 5 Nachhaltigkeit (Wahlbereich)

Ökologie

Wir verarbeiten und bieten folgende Lebensmittel aus bio-zertifizierter Landwirtschaft (z. B. beim Essen, Kochen, als Snack usw. im Alltag des Jugendhauses, bei Events, beim Gemeindefest, auf Freizeiten o. ä.) an:

Obst und Gemüse, Eier, Säfte, Tee, Kaffee und Kakao.

 

Denk global, handle lokal – Förderung regionale Wirtschaftskreisläufe

 

Wir verarbeiten und bieten folgende Produkte aus regionalen Wirtschaftskreisläufen (z. B. vom Bauernhof vor Ort) an:

Obst und Gemüse (Bauernkiste), Apfelsaft von Streuobstwiesen, Fleisch von örtlichen Metzgern

 

Ressourcennutzung

Wir haben folgende Angebote und Veranstaltungen zum nachhaltigen Lernen im Programm:

Schon seit einiger Zeit haben wir den Fleischkonsum im Campanushaus deutlich verringert und sollte es doch einmal Fleischprodukte geben, so versuchen wir diese von örtlichen Metzgern und in Bioqualität zu erwerben. Im Alltag stehen meistens Vegetarisches Essen, oft aber auch Veganes Essen auf dem Speiseplan.

Bei unseren Kreativangeboten greifen wir oft auf Materiealien zurück, die eigentlich „Müll“ sind (Klopapierollen, leere Marmeladengläser, Dosen etc.) Die Kinder und Jugendlichen erfahren bei Upcycling-Angeboten, dass man schöne Dinge aus vermeintlichem Müll herstellen kann.

Im Büro verwenden wir ausschließlich Recyclingpapier.

 

Vegetarische oder vegane Koch- und Essensangebote

Wie oben bereits erwähnt stehen in unserem Speisplan mehrmals wöchentlich vegetarische und vegane Speisen. Gerichte mit Fleisch sind eine Ausnahme. Für unsere Besucher steht immer frisch geschnittenes Obst und Gemüse bereit.

Bei den warmen Gerichten gehören „Mini-Gemüse-Quiches“, „Bunte Rohkost-Platte“ und „Gemüsespaghetti“ zu den Lieblingsgerichten der Besucherinnen und Besucher.

 

Sonstige Bemerkungen:

Das Campanushaus befindet sich auf dem Weg zur „Gut-Drauf“-Zertifizierung, was sicherlich eine sehr gute Kombination mit dem „Fairen Jugendhaus“- Siegel darstellt.

Insbesondere im Ernährungsberiech wollen weiterhin und in Zukunft noch vermehrt darauf achten, biologisch, regional und fair einzukaufen und auch unseren Besuchergruppen Spaß an der Auseinandersetzung mit dem Thema zu vermitteln.

 

 

 

Fairtrade-Aktionen in 2017

  • Faires Familienfrühstück

Am 13.09.2017 fand unser Familienfrühstück mit dem Schwerpunkt Fairer Konsum statt. Ein leckeres Buffet aus fairen und regionalen Produkten, sowie ein paar Informationen zum Thema „Nachhaltiger, fairer Konsum und Einkauf“ standen im Mittelpunkt des Vormittags.

Jugendliche Teamer hatten Plakate zum Thema Ökofairer Handel angefertigt, um die Grundlagen zu vermitteln.

Sehr interessiert folgten die Familien einem Film der GEPA über die Produktion von ökofairem Kaffee.

Die theoretische Auseinandersetzung führte zu interessanten Diskussionen.

Das Frühstück bestand zum einen aus regionalen Milch- und Wursterzeugnissen, aber auch aus fair gehandelten Produkten der GEPA wie Kaffee, Tee, Kakao, Schokoladenaufstrich, Schokolade, sowie fair gehandelten Bananen.

Die Familien befanden unseren Ansatz für gut und richtig. Sie verwiesen allerdings auch auf ihr begrenztes Budget für Lebensmittel (die meisten Besucher unseres Frühstücks sind Tafelkunden). Hier galt es in der Diskussion sensibel zu sein und nicht mit „erhobenem Zeigefinder“ zu agieren.

Der Geschmack der frischen Produkte überzeugte alle und einige gaben auch an schon beim örtlichen Bauern z.B. Eier zu beziehen.

Sicherlich hat das Frühstück Denkanstöße gegeben. Um diesen Nachhaltigkeit zu verleihen werden wir unser Frühstück ab sofort komplett mit den oben genannten Produkten ausstatten und immer wieder auch inhaltliche Themen mit den Besuchern diskutieren.

 

  • Fair-Trade-Kakaobar

Im Rahmen des diesjährigen zweitägigen Weihnachtsbasars in der Hofkirche, welcher von der Jugendarbeit organisiert wird, gab es ein besonderes Angebot: Eine Fairtrade-Kakaobar. Im Vorfeld hatten Teamer Plakate zum Thema „Fairer Kakaohandel“ erarbeitet, welche neben der Bar aufgehängt wurden. Viele Besucher interessierten sich für das Thema und lasen aufmerksam die dargebotenen Informationen. Umso überraschter waren sie, wie lecker der fair gehandelte Kakao schmeckte („Wie bei meiner Oma früher“, sagte ein Mann, der mit seinen Kindern gekommen war.). Für Kinder und Jugendliche hatte die Kakaobar ebenfalls ihren Reiz, da sie auf ihre Sahne noch bunte Sternchen, Schokoladenstreusel und vieles mehr streuen durften.